ACST International

Fähigkeiten in der objektiven
Behandlung von Trauma und ACST

mit Anngwyn St. Just, Ph.D.

Diese Serie von Workshops ist für Studenten und Praktiker der systemisch orientierten Trauma-Arbeit entwickelt worden, die ihr Wissen stetig erweitern wollen.

Die Teilnehmer werden die Gelegenheit haben, bis zu vier Sitzungen pro Tag zu beobachten. Es folgt ein Gesamtüberblick des Erfahrenen und ausreichend Zeit zur Diskussion.

indian shield

 

TRAUMA: TIME, SPACE and FRACTALS

with Anngwyn St. Just, Ph.D.


fractal clock

Bei ungelösten Traumata ist die Vergangenheit immer anwesend, und die Erfahrung von überwältigenden Lebensereignissen kann unsere Wahrnehmung von Zeit und Raum verändern. Ein fraktaler Blick auf die Traumata sieht unsere menschlichen Erfahrungen, Beziehungen und Familien als integralen Bestandteil eines viel grösseren Ganzen, welches die Natur, die Kultur und den geschichtlichen Zusammenhang mit einbezieht. Wir leben in einem fraktalen Universum in dem die Zeit selber ein fraktales Phenomen ist. Welche Zeit ist es wirklich… in unserem Leben, unserer Familie, unserer Karriere, in der Kultur, im Land und auch auf dem Planet? In diesem Seminar geht es darum, die lineare und die nicht lineare Zeit zu erforschen, sowie die Wahrnehmung der Zeit, wenn es um das Verständnis der Ursache, der Erfahrung und der Heilung von Einzel-, Familien- und sozialem Trauma geht.



Einführungsseminar

Das noch junge Gebiet der systemisch orientierten Traumaarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer, psycho-physiologischer Methoden, die es uns ermöglichen, unsere Reaktionen auf überwältigende Lebensereignisse zu erkennen und sie zu behandeln, seien sie bewusst oder unbewusst.

Wir bekommen einen Einblick, wie wir Trauma und dessen Folgen erkennen und behandeln können. Wir behandeln systemische Aspekte, den historischen Kontext und die kulturelle Identität, und befassen uns mit der Struktur von Trauma, den Auswirkungen auf somatischer Ebene sowie auf Gefühle und Gedanken.

Das Seminar umfasst Vorträge, Demonstrationen und Selbsterfahrung. Bei unserer Traumaarbeit befassen wir uns vor allem mit Ressourcen, Orientierung, den Reaktionen des Nervensystems, dem Umgang mit Aktivierung und damit, wie wir wieder ins Gleichgewicht kommen können.

Die Lehr-, Forschungs- und Behandlungsprogramme, die am ACST (Arizona Center for Social Trauma) entwickelt wurden, gründen auf der Erkenntnis, das die psycho-physiologischen Manifestationen von Trauma sich ein Leben lang im Sozialverhalten des Menschen widerspiegeln.



Trauma und Beziehungen:
Männer, Frauen und der Krieg - der Krieg zwischen Männern und Frauen

In diesem innovativen Workshop wird Krieg als eine der Grundursachen für Konflikte, Missverständnisse und Schmerzen zwischen Männern und Frauen erkundet.

Krieg wird als menschliches Problem gesehen, das über die Nationalität hinausgeht, und sich in vielen Bereichen, auch auf Geschlechterebene, manifestiert. Trauma ganz allgemein und vor allem Kriegstrauma wirkt sich oft über Generationen hinweg auf Beziehungen aus. Im Seminar wird das Thema Krieg erweitert, und eng damit verbundene Themen wie Genozid (Völkermord) und Konflikte zwischen Menschen verschiedener Rassen, Religionen und Ethnien werden mit einbezogen.

Die Erfahrungen im Seminar umfassen klinische Demonstrationen und Übungen zur Selbsterfahrung, und es bietet sich die Möglichkeit, die Täter-Opfer-Dynamik zu verstehen und zu heilen.



Generationsübergreifendes Trauma:
Wenn Dein Stammbaum sprechen könnte…

Klimt Gibt es denn ein Ahnen-Syndrom? Ob es uns gefällt oder nicht: "Wir sind nicht allein." In diesem Seminar untersuchen wir Themen wie das Erbe der Ahnen, ob uns bekannt oder unbekannt, das Geschlecht, Geburtsreihenfolge und Geschwisterdynamik, die Rolle der "zu-fälligen" Partnerwahl und Übergänge bei Lebenszyklen.

Wir sehen uns auch die symptomatische Wiederholung von Mustern an, die sich in unserem Verhalten auf vielfältige Weise äußern können, als Selbstmord, Gewalttätigkeit, Verlassen werden und in Form von Süchten: Arbeits-, Alkohol-, Drogen- und Spielsucht, Ess-Störungen, zwanghaftes Helfersyndrom usw. Wichtig sind auch unsere Reaktionen auf Jahrestage sowie unsere Rollen, Ressourcen und Anfälligkeiten in Bezug auf künftigen Stress.

Gemeinsam begeben wir uns bei unseren Erfahrungen auf die Gratwanderung zwischen Bekanntem und Unbekanntem und beziehen dabei unsere individuelle, generationsübergreifende und kulturelle Sichtweise bei überwältigenden Lebensereignissen mit ein. Wir betonen zwar unsere potenzielle Verantwortung in Bezug auf das Reaktionsspektrum des menschlichen Organismus, sind uns jedoch gleichzeitig auch des dynamischen Potenzials von morphischen Feldern und von Gemeinschaften bewusst, die sich der Heilung verpflichtet haben, sowie unserer Bereitschaft, nicht kartierte Bereiche des Familienherzens und der Familienseele zu erforschen.



Trauma und Gesellschaft -
Zum Verständnis von "sozialem Trauma""

Bei sozialem Trauma werden die systemischen Auswirkungen von Trauma untersucht, die über den Einzelnen und die Familie hinausreichen, und sich auf ein weiter gefasstes Verständnis von Gemeinschaft beziehen, nämlich auf lokaler, nationaler und globaler Ebene. Das Konzept "soziales Trauma" bzw. Trauma, das über den Einzelnen hinaus in die Gemeinschaft, in die Kultur, die Nationen und die Erde selbst reicht, ist immer noch sehr neu. Das Seminar befasst sich mit diesen Arten von Trauma und anderen Überwältigungszuständen, die über Einzelerfahrungen hinausgehen. Mit der Zunahme von Naturkatastrophen und von vom Menschen verursachten Katastrophen, von ansteckenden Krankheiten, Kriegen, nationalen Konflikten und Gewalt auf der ganzen Welt stellt sich die Frage des Überlebens oft in Abhängigkeit von den realen, physischen, sozialen, kulturellen und politischen Gegebenheiten in der betroffenen Region. Wir müssen verstehen, dass Trauma ein globales Problem ist, und es dringend nötig ist, auf der Grundlage leicht vermittelbarer Konzepte, internationale, transkulturelle und kosteneffektive Trauma-Fortbildungen und -Hilfsprogramme zu entwickeln.
Bei unseren Erfahrungen im Seminar werden wir die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten mit sozialem Trauma erkunden. Sie basieren auf der Erkenntnis, dass sich die psycho-physiologischen Manifestationen von Trauma direkt im ganzen Leben im Verhalten des Menschen als sozialem Wesen widerspiegeln.



Sucht und posttraumatische Stress-Phänomene

dragon Bei unserer Arbeit behalten betonen wir den Zusammenhang von Trauma und Substanzenmissbrauch, chemischer Abhängigkeit, Ess-Störungen und Suchtverhalten (Spiel-, Arbeits-, Sex-, Computersucht, zwanghaftes Helfersyndrom, etc.). Wer mit Traumatisierten arbeitet, stellt oft fest, dass Suchtverhalten ein Hinweis auf tiefer liegende Themen ist, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten müssen.

Wenn eine Sucht "herausgefordert" wird, neigt sie dazu, sich auf andere Weise auszudrücken, und andere, problematische Verhaltensweisen tauchen auf. Suchtverhalten ist oft besonders komplex, weil andere biochemische, systemische, generationsübergreifende, soziale und ökonomische Faktoren hinzukommen.

Das Seminar beinhaltet Vorträge, Demonstrationen, Selbsterfahrung und verschiedene kontextabhängige Methoden, die der Komplexität von Sucht als Ausdruck von posttraumatischem Stress gerecht werden.



Trauma, Sexualität und der Fortpflanzungszyklus

Bei diesem Seminar über sexuelles Trauma konzentrieren wir uns auf den offenen oder versteckten Zusammenhang von Gewalt und Sexualität. Wir stellen sexuelles Trauma als weltweites Thema dar und beziehen dabei kultur- und generationsübergreifende Behandlungs-, Heil- und Präventionsaspekte mit ein. Wichtige Themen sind sexuelle Identität, Machtkämpfe, Fortpflanzungsphänomene, Erfahrungen bei Operationen sowie entwicklungsgeschichtliche Themen.
Die Arbeit im Seminar besteht aus Vorträgen, Demonstrationen und Selbsterfahrung. Wir werden den Akzent vor allem auf die Interessenschwerpunkte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer legen.



Die Geheimnisse von chronischem Schmerz und chronischer Krankheit

Warum ich? Warum das? Warum jetzt?

Wir stellen die Arbeit mit chronischen Krankheiten und chronischen Schmerzen als Symptom für unerledigtes Trauma dar und arbeiten mit verschiedenen, innovativen Ansätzen. Wir betonen insbesondere, wie Patienten, ihre professionellen oder privaten Betreuer und andere ihnen wichtige Menschen sich innerhalb des therapeutischen Rahmens Ressourcen verschaffen können.

Chronische Schmerzen und chronisches Leiden bringt uns mit unwiderstehlicher Dringlichkeit dazu, Antworten auf unsere tiefsten existentiellen Fragen zu finden. Wir sind mit dem Mysterium konfrontiert, ob es uns gefällt oder nicht. Nach meinem Dafürhalten reichen die Sprache der Medizin und der Psychologie leider nicht aus, um diesen Bereich der menschlichen Erfahrung zu verstehen. Die Sprache der Kunst, der Mythen, des Geistes und der Träume kommen dem Kern viel näher.

Meine lebenslangen, persönlichen und beruflichen Erfahrungen mit Schmerz und Leiden haben in mir mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben. Die Landschaft der Unterwelt ist ein mir vertrautes Terrain. Mehr als eine Strafe habe ich in unterirdischen Gefilden verbüßt, wo ich tiefste Wertschätzung für die transformative Kraft des "schrecklichen Wissens" gewonnen habe. Dies Wissen erlangen wir nur durch das Schreckliche. Wir wenden uns ab, weil direkte Erfahrungen mit den Schattenseiten der menschlichen Existenz dazu nötig sind. Ich habe Familienmitglieder, Freunde und viele Klienten durch ihre Abstiegserfahrungen hindurch begleitet. Obwohl ich es mir oft anders gewünscht hätte, bin ich doch zu dem Verständnis gelangt, dass für die Reise der Heilung Hingabe an den Veränderungsprozess erforderlich ist. Noch wichtiger ist, dass ich lernte, dass mit dem Körper Frieden zu schließen viel damit zu tun hat, die Bereitschaft zu entwickeln, unkartierte Bereiche des Herzens und die undefinierbare Essenz des Geistes und des Wesens zu erkunden, die man Seele nennen könnte.



Medizinisches und zahnmedizinisches Trauma

mercury Medizinisches und zahnmedizinisches Trauma kann vor, während oder nach der Geburt beginnen. Das Potenzial für posttraumatische Stressreaktionen findet sich in allen Lebensphasen in Verbindung mit medizinischen oder zahnmedizinischen Notfall- oder Routinebehandlungen. Patienten und Angehörige des medizinischen Personals sind gleichermaßen in Gefahr, Überwältigung durch Sekundärtraumatisierung zu erleben.

Wir untersuchen Fortpflanzungstechnologien, Geburtshilfepraktiken und pädiatrische Berichte, die potenziell auf die ganze Familie traumatisierend wirken können.

Der Seminarinhalt umfasst u.a. Immobilitätsmuster, die durch Gipsverbände, Kieferorthopädie, orthopädische Schienen und Prothesen verursacht wurden, Wiederholungszwang und Reaktionen auf verschiedene anästhetische, diagnostische und operative Verfahren, auf Organtransplantationen sowie geriatrische Themenstellungen. Wir betonen dabei, wie wichtig es ist, Ressourcen zu entwickeln, so dass ein Gefühl der Stärkung entsteht. Dadurch bekommen wir mehr Optionen und mehr Resilienz hinsichtlich unserer Erfahrungen bei medizinischen und zahnmedizinische Eingriffe.



Systemisch orientierte Traumaarbeit

Unsere Erfahrungen in diesem integrativen Workshop beinhalten die Erforschung der ständigen, resonanten und ko-kreativen Beziehung zwischen somatisch orientierter Traumaarbeit und der systemischen Aufstellungsarbeit in der Tradition von Bert Hellinger. Wenn wir aus systemischer Sicht am Trauma Einzelner, an sozialem und globalem Trauma arbeiten, bietet sich uns die Gelegenheit für ein tieferes Verständnis der "conditio humana". Gleichzeitig bekommen wir mehr Optionen an die Hand, um Überwältigung zu verringern, zerbrochene Beziehung zu heilen und verborgene Verstrickungen zu lösen.

Diese innovative Methode - die Anfänge waren 1997 - berührt die Nahtstelle zwischen Bekanntem und Unbekanntem in Bezug auf überwältigende Lebensereignisse aus individueller, generationsübergreifender und kultureller Sicht. Während diese Methode das Potenzial und die Verantwortlichkeit im Rahmen des Reaktionsspektrums des menschlichen Organismus betont, bezieht es auch das dynamische Potenzial von morphischen Feldern und von Heilrichtungen mit ein sowie die Bereitschaft, noch nicht kartierte Bereiche des Herzens und der Seele zu erkunden.



Erschöpfung aus Mitgefühl - Burn-Out

Angel Erschöpfung aus Mitgefühl, Burn-Out, kumulative Überwältigung, Sekundärtraumatisierung… das Phänomen hat viele Namen. Es zeigt sich in zahllosen Variationen und ist für private oder professionelle Betreuer eine ständige Herausforderung. Erschöpfung aus Mitgefühl ist ein Zustand emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, in dem man sich leer, ständig müde, hilflos, hoffnungslos, einfach schlecht fühlt. Man wird zynisch in Bezug auf sich selbst, seine Arbeit, sein Leben und den Zustand der Welt.

Im Seminar befassen wir uns mit der Rolle von "blinden Flecken", mit unerledigten Angelegenheiten und Motiven, die der Überwältigung zugrunde liegenden. Die Erfahrungen im Seminar bieten uns innovative Präventivstrategien und Möglichkeiten, wie wir ein Gefühl relativer Balance und Resilienz wiederherstellen können. Wir erforschen den Wert der Natur als Ressource, von Tandem-Partnerschaften, kreativen Gemeinschaften und von unterstützenden beruflichen Gemeinschaften.